Laborwerte

Laborwerte von A bis Z

Alle 121 Laborwerte verständlich erklärt — mit Referenzbereichen, Ursachen für Abweichungen und konkreten Handlungsempfehlungen. Nutzen Sie unsere kostenlosen Tools: Schnell-Check, Symptom-Finder, Einheiten-Umrechner und Laborbericht-Analyse.
121 Laborwerte 12 Kategorien 4 interaktive Tools Referenzbereiche für Erwachsene
Die wichtigsten Laborwerte im Überblick: Die am häufigsten bestimmten Blutwerte sind Hämoglobin, Ferritin (Eisen), TSH (Schilddrüse), GPT/GOT (Leber), Kreatinin (Niere), HbA1c (Blutzucker), LDL-Cholesterin, CRP (Entzündung), Vitamin D und Vitamin B12. Auf dieser Seite finden Sie jeden wichtigen Blutwert nach Organsystem gegliedert — vom kleinen und großen Blutbild über Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte bis zu Hormonen, Vitaminen, Gerinnungsparametern und Tumormarkern. Zu jedem Wert erfahren Sie den Referenzbereich, was erhöhte oder erniedrigte Werte bedeuten können und wann Sie handeln sollten.
Redaktionshinweis: Die Inhalte dieser Seite werden von der Redaktion von selbsttests.org gepflegt und basieren auf medizinischen Leitlinien und Fachliteratur. Alle Referenzbereiche sind Richtwerte für Erwachsene — Ihr Labor gibt den konkreten Referenzbereich neben Ihrem Ergebnis an. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
Zuletzt aktualisiert: · 121 Laborwerte · 12 Kategorien

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Alle Laborwerte nach Organsystem

Die 12 wichtigsten Organsysteme mit allen zugehörigen Laborwerten: Klicken Sie auf eine Kategorie, um alle zugehörigen Werte zu sehen. Jeder Laborwert führt zu einer ausführlichen Erklärungsseite.

Blutbild (klein und groß)

20 Werte
Das Blutbild gibt Aufschluss über Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten und Hämoglobin. Das große Blutbild differenziert die weißen Blutkörperchen in fünf Untergruppen. Abweichungen weisen auf Anämie, Infektionen, Entzündungen oder hämatologische Erkrankungen hin.
Wann wird es bestimmt? Routinekontrolle, Müdigkeit, Infektanfälligkeit, vor Operationen. Besonders wichtig: Hämoglobin (Sauerstofftransport), Ferritin (Eisenspeicher) und Leukozyten (Immunabwehr) sind die Leitwerte.
LaborwertBedeutungReferenzbereich
Hämoglobin (Hb)Sauerstoffträger im Blut12–16 g/dl (w) / 14–18 g/dl (m)Top
HämatokritAnteil roter Zellen am Blutvolumen37–47 % (w) / 40–54 % (m)
ErythrozytenRote Blutkörperchen4,1–5,9 Mio/µl
LeukozytenWeiße Blutkörperchen, Immunabwehr4.000–10.000/µl
ThrombozytenBlutplättchen, Gerinnung150.000–400.000/µl
MCVMittleres Zellvolumen80–96 fl
MCHHämoglobin pro Erythrozyt28–33 pg
MCHCMittlere Hb-Konzentration33–36 g/dl
RDWErythrozyten-Verteilungsbreite11,5–14,5 %
RetikulozytenJunge rote Blutkörperchen0,5–2,5 %
NeutrophileBakterielle Abwehr1.800–7.700/µl
LymphozytenVirusabwehr, Immungedächtnis1.000–4.800/µl
MonozytenFresszellen, Gewebereparatur200–800/µl
EosinophileAllergien, Parasitenabwehr50–500/µl
BasophileAllergiemediatoren0–100/µl
FerritinEisenspeicher-Protein15–150 ng/ml (w) / 30–400 ng/ml (m)Top
Eisen (Serum)Spurenelement für Blutbildung60–170 µg/dl
TransferrinEisentransportprotein200–360 mg/dl
TransferrinsättigungAnteil eisenbeladenes Transferrin16–45 %
Lösl. TransferrinrezeptorEisenmangel auf Zellebene1,9–4,4 mg/l

Leberwerte

12 Werte
Erhöhte Leberwerte wie GPT, GOT oder Gamma-GT können auf eine Fettleber (MASLD), Hepatitis, Alkoholschäden oder Medikamentennebenwirkungen hinweisen. Etwa 25 % der Deutschen haben eine nicht-alkoholische Fettleber — häufig ohne Symptome.
Wann wird es bestimmt? Check-up, Medikamentenüberwachung (z.B. Statine), Alkoholkonsum, Übergewicht. Besonders wichtig: GPT (leberspezifischster Marker), Gamma-GT (reagiert auf Alkohol und Gallenstau) und der De-Ritis-Quotient (GOT/GPT).
LaborwertBedeutungReferenzbereich
GPT (ALT)Spezifischster Leberschaden-Marker< 35 U/l (w) / < 50 U/l (m)Top
GOT (AST)Leber- und Muskelzellschaden< 35 U/l (w) / < 50 U/l (m)Top
Gamma-GTGallenwege, alkoholbedingte Schäden< 40 U/l (w) / < 60 U/l (m)Top
Alkalische PhosphataseKnochen- und Gallenwegswert35–105 U/l
Bilirubin gesamtGallenfarbstoff< 1,2 mg/dl
Bilirubin direktKonjugiert, Gallenstau-Marker< 0,3 mg/dl
AlbuminWichtigstes Plasmaprotein3,5–5,0 g/dl
Cholinesterase (CHE)Lebersyntheseleistung5.300–12.900 U/l
LDHLaktatdehydrogenase, Zellschaden< 250 U/l
GLDHMitochondrialer Leberschaden< 7 U/l
AmmoniakLeberversagen-Marker< 50 µmol/l
Gesamt-EiweißAlle Proteine im Blut6,0–8,0 g/dl

Nierenwerte

7 Werte
Die Nieren filtern täglich rund 180 Liter Blut. Chronische Nierenerkrankungen betreffen etwa 10 % der Bevölkerung und verlaufen oft jahrelang symptomfrei.
Wann wird es bestimmt? Diabetes, Bluthochdruck, Medikamenteneinnahme (z.B. Ibuprofen), Alter >60. Besonders wichtig: Kreatinin und GFR zusammen betrachten — Kreatinin allein kann bei geringer Muskelmasse falsch normal sein.
LaborwertBedeutungReferenzbereich
KreatininHauptmarker der Nierenfunktion0,5–0,9 mg/dl (w) / 0,7–1,2 mg/dl (m)Top
GFR (eGFR)Geschätzte Filtrationsrate> 90 ml/minTop
HarnstoffEiweißstoffwechsel-Abbauprodukt17–43 mg/dl
HarnsäurePurinabbau, Gicht-Risiko3,4–7,0 mg/dl
Cystatin CAlternativer GFR-Marker0,61–0,95 mg/l
Albumin (Urin)Frühmarker Nierenschaden< 30 mg/l
PhosphatMineralhomöostase, Niere2,5–4,5 mg/dl

Schilddrüsenwerte

7 Werte
TSH ist der wichtigste Screening-Parameter der Schilddrüse. Über- oder Unterfunktionen betreffen rund 10 % der Bevölkerung, Frauen 3–5x häufiger. Hashimoto-Thyreoiditis ist mit ca. 8 Millionen Betroffenen die häufigste Autoimmunerkrankung in Deutschland.
Wann wird es bestimmt? Müdigkeit, Gewichtsveränderungen, Haarausfall, Kinderwunsch. Besonders wichtig: TSH allein reicht als Screening — bei Auffälligkeit fT3, fT4 und Antikörper (TPO-AK, TRAK) nachbestimmen.
LaborwertBedeutungReferenzbereich
TSHSchilddrüsen-Steuerhormon0,27–4,2 mU/lTop
fT4Freies Thyroxin0,9–1,7 ng/dl
fT3Freies Trijodthyronin2,0–4,4 pg/ml
TPO-AntikörperHashimoto-Diagnostik< 35 IU/ml
TRAKMorbus-Basedow-Diagnostik< 1,75 IU/l
Thyreoglobulin-AKAutoimmune Schilddrüse< 115 IU/ml
CalcitoninC-Zell-Marker< 5 pg/ml (w) / < 8,4 pg/ml (m)

Herz- und Kreislaufwerte

11 Werte
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Todesursache Nr. 1 in Deutschland. Troponin und BNP sind entscheidend in der Akutdiagnostik, Blutfette (LDL, HDL, Lipoprotein(a)) bestimmen das Langzeitrisiko.
Wann wird es bestimmt? Vorsorge ab 35, familiäre Belastung, Brustschmerzen, Atemnot. Besonders wichtig: LDL-Cholesterin ist der stärkste modifizierbare Risikofaktor. Lipoprotein(a) ist genetisch und sollte einmal im Leben bestimmt werden.
LaborwertBedeutungReferenzbereich
Troponin T/I (hs)Herzmuskelschaden-Marker< 14 ng/lTop
NT-proBNPHerzinsuffizienz-Marker< 125 pg/ml
CK (Creatinkinase)Muskel- und Herzschaden< 190 U/l
CK-MBHerzspezifische CK< 25 U/l
LDL-CholesterinAtherosklerose-treibend< 115 mg/dlTop
HDL-CholesterinGefäßschützend> 40 mg/dl (m) / > 50 mg/dl (w)
GesamtcholesterinAlle Fraktionen< 200 mg/dl
TriglycerideBlutfette< 150 mg/dl
Lipoprotein(a)Genetischer Risikofaktor< 30 mg/dl
HomocysteinGefäßrisikofaktor5–15 µmol/l
Apolipoprotein BAtherosklerose-Marker< 100 mg/dl

Entzündungsmarker und Immunsystem

12 Werte
CRP ist der Akutmarker Nr. 1, Procalcitonin unterscheidet bakterielle von viralen Infektionen. Chronisch erhöhte Entzündungswerte sind ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Wann wird es bestimmt? Fieber, Infektionsverdacht, Gelenkschmerzen, Autoimmunverdacht. Besonders wichtig: CRP für akute Entzündungen, hs-CRP für kardiovaskuläres Risiko, ANA als Autoimmun-Screening.
LaborwertBedeutungReferenzbereich
CRPAkuter Entzündungsmarker< 5 mg/lTop
hs-CRPKardiovaskuläres Risiko< 1 mg/l (niedrig)
Blutsenkung (BSG)Unspezifischer Marker< 20 mm/h (w) / < 15 mm/h (m)
ProcalcitoninSepsis-Marker< 0,1 ng/ml
Interleukin-6Zytokin, Entzündungsmediator< 7 pg/ml
IgGHäufigstes Immunglobulin700–1.600 mg/dl
IgASchleimhautimmunität70–400 mg/dl
IgMErstantwort bei Infektionen40–230 mg/dl
IgEAllergien und Parasiten< 100 IU/ml
ANAAutoimmun-Screening< 1:80
RheumafaktorRheumatoide Arthritis< 14 IU/ml
Anti-CCPRA-spezifisch< 7 U/ml

Blutzucker und Diabetes

6 Werte
Etwa 8,5 Millionen Deutsche haben diagnostizierten Diabetes Typ 2, geschätzt 2 Millionen weitere sind unerkannt. HbA1c ist der Goldstandard für Diagnose und Verlaufskontrolle.
Wann wird es bestimmt? Übergewicht, familiäre Belastung, Durst/häufiges Wasserlassen, Schwangerschaft. Besonders wichtig: HbA1c zeigt den Durchschnittszucker der letzten 8–12 Wochen. HOMA-IR erkennt Insulinresistenz oft Jahre vor dem Diabetes.
LaborwertBedeutungReferenzbereich
HbA1cLangzeit-Blutzucker< 5,7 % (normal)Top
NüchternglukoseBlutzucker morgens nüchtern70–100 mg/dl
Insulin (nüchtern)Insulinresistenz-Screening2–25 mU/l
HOMA-IRInsulinresistenz-Index< 2,5
C-PeptidEigene Insulinproduktion0,9–7,1 ng/ml
FructosaminKurzzeit-Blutzucker (2–3 Wochen)205–285 µmol/l

Vitamine

10 Werte
Vitamin-D-Mangel betrifft ca. 60 % der Deutschen im Winter. B12-Mangel ist häufig bei Vegetariern, Veganern und älteren Menschen. Frühe Erkennung verhindert irreversible Nervenschäden.
Wann wird es bestimmt? Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, vegane Ernährung, wenig Sonne, Kribbeln in Händen/Füßen. Besonders wichtig: Vitamin D im Winter fast immer niedrig. Bei B12 ist Holotranscobalamin der sensitivere Frühmarker als Gesamt-B12.
LaborwertBedeutungReferenzbereich
Vitamin D (25-OH)Knochen, Immunsystem, Stimmung30–60 ng/mlTop
Vitamin B12Nerven- und Blutbildung200–900 pg/mlTop
HolotranscobalaminAktives B12, Frühmarker> 50 pmol/l
MethylmalonsäureFunktioneller B12-Mangel< 271 nmol/l
FolsäureZellteilung, Schwangerschaft3–15 ng/ml
Vitamin B6Nervenfunktion5–30 µg/l
Vitamin B1Energiestoffwechsel28–85 µg/l
Vitamin ASehkraft, Immunsystem, Haut30–80 µg/dl
Vitamin EAntioxidans, Zellschutz5–18 mg/l
Vitamin CImmunsystem, Kollagen0,6–2,0 mg/dl

Mineralstoffe und Elektrolyte

9 Werte
Elektrolyte wie Kalium und Calcium sind essentiell für Herzrhythmus, Muskelfunktion und Nervenleitung. Kalium außerhalb des Normalbereichs kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen.
Wann wird es bestimmt? Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Diuretika-Einnahme, einseitige Ernährung. Besonders wichtig: Kalium ist der kritischste Elektrolyt. Magnesium wird oft unterschätzt — ein Mangel kann Krämpfe, Müdigkeit und Herzrasen verursachen.
LaborwertBedeutungReferenzbereich
NatriumHauptelektrolyt, Wasserhaushalt136–145 mmol/l
KaliumHerzrhythmus, Muskelfunktion3,6–5,0 mmol/lTop
CalciumKnochen, Muskeln, Gerinnung2,2–2,6 mmol/l
MagnesiumMuskeln, Nerven, Herz0,7–1,0 mmol/l
ChloridSäure-Basen-Haushalt98–107 mmol/l
ZinkImmunsystem, Wundheilung70–120 µg/dl
SelenSchilddrüse, Antioxidans50–120 µg/l
KupferBlutbildung, Bindegewebe70–140 µg/dl
Jod (Urin)Schilddrüsenfunktion100–200 µg/l

Hormone (ohne Schilddrüse)

12 Werte
Hormontests am besten morgens 8–10 Uhr. Sexualhormone bei Frauen zyklusabhängig. Hormonstörungen zeigen sich oft durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen.
Wann wird es bestimmt? Zyklusstörungen, Kinderwunsch, Libidoverlust, Wechseljahre, chronische Erschöpfung. Besonders wichtig: Cortisol als Stressmarker, Testosteron bei Männern über 40, FSH/LH bei Frauen mit Zyklusstörungen.
LaborwertBedeutungReferenzbereich
Cortisol (morgens)Stresshormon, Nebennierenrinde5–25 µg/dl
DHEA-SNebennierenhormonAltersabhängig
TestosteronSexualhormon3–10 ng/ml (m)
SHBGBindungsglobulin20–60 nmol/l (m)
ÖstradiolWeibliches SexualhormonZyklusabhängig
ProgesteronGelbkörperhormonZyklusabhängig
FSHFollikelstimulierendZyklusabhängig
LHLuteinisierendZyklusabhängig
ProlaktinMilchbildung, Fruchtbarkeit< 25 ng/ml (w)
PTH (Parathormon)Calciumregulation15–65 pg/ml
AldosteronBlutdruck, Salzhaushalt30–160 pg/ml
IGF-1Wachstumshormon-MarkerAltersabhängig

Gerinnungswerte

7 Werte
Essentiell vor Operationen und bei Blutverdünner-Therapie. INR ist der wichtigste Wert unter Marcumar. D-Dimere schließen Thrombosen und Lungenembolien aus.
Wann wird es bestimmt? Vor OPs, Marcumar/Falithrom-Therapie, Thromboseverdacht, gehäufte Thrombosen in der Familie. Besonders wichtig: INR für Marcumar-Patienten, D-Dimere zum Ausschluss von Thrombose/Lungenembolie (hoher negativ-prädiktiver Wert).
LaborwertBedeutungReferenzbereich
Quick / INRGerinnungsfähigkeit0,85–1,15 INR
aPTTPart. Thromboplastinzeit25–38 s
FibrinogenGerinnungsfaktor200–400 mg/dl
D-DimereThrombose-Ausschluss< 500 µg/l
Antithrombin IIINatürlicher Hemmer80–120 %
Protein CThrombophilie-Diagnostik70–140 %
Protein SKofaktor von Protein C60–130 %

Tumormarker

8 Werte
Tumormarker eignen sich primär zur Verlaufskontrolle und Therapieüberwachung, selten zur Erstdiagnose. Ein erhöhter Marker allein ist kein Krebsbeweis — auch gutartige Erkrankungen können zu Erhöhungen führen.
Wichtig zu wissen: Tumormarker werden nicht zur Krebsvorsorge empfohlen (Ausnahme: PSA nach ärztlicher Aufklärung). Sie haben ihren Hauptnutzen in der Nachsorge und Therapieüberwachung bei bereits diagnostizierten Tumoren.
LaborwertBedeutungReferenzbereich
PSAProstata-Screening< 4 ng/ml
CEADarm, Lunge, Magen< 5 ng/ml
CA 19-9Pankreas, Gallengänge< 37 U/ml
CA 125Ovarien, Endometriose< 35 U/ml
CA 15-3Mammakarzinom-Verlauf< 30 U/ml
AFPLeberzellkarzinom< 10 ng/ml
Beta-hCGKeimzelltumore< 5 IU/l
NSEKleinzelliges Lungenkarzinom< 16,3 µg/l

Die wichtigsten Laborwerte auf einen Blick

Diese Werte werden am häufigsten bestimmt und geben den breitesten Überblick über Ihre Gesundheit.
LaborwertBedeutungReferenzbereichKategorie
Hämoglobin (Hb)Sauerstoffträger im Blut12–16 g/dl (w) / 14–18 g/dl (m)Blutbild (klein und groß)
FerritinEisenspeicher-Protein15–150 ng/ml (w) / 30–400 ng/ml (m)Blutbild (klein und groß)
GPT (ALT)Spezifischster Leberschaden-Marker< 35 U/l (w) / < 50 U/l (m)Leberwerte
GOT (AST)Leber- und Muskelzellschaden< 35 U/l (w) / < 50 U/l (m)Leberwerte
Gamma-GTGallenwege, alkoholbedingte Schäden< 40 U/l (w) / < 60 U/l (m)Leberwerte
KreatininHauptmarker der Nierenfunktion0,5–0,9 mg/dl (w) / 0,7–1,2 mg/dl (m)Nierenwerte
GFR (eGFR)Geschätzte Filtrationsrate> 90 ml/minNierenwerte
TSHSchilddrüsen-Steuerhormon0,27–4,2 mU/lSchilddrüsenwerte
Troponin T/I (hs)Herzmuskelschaden-Marker< 14 ng/lHerz- und Kreislaufwerte
LDL-CholesterinAtherosklerose-treibend< 115 mg/dlHerz- und Kreislaufwerte
CRPAkuter Entzündungsmarker< 5 mg/lEntzündungsmarker und Immunsystem
HbA1cLangzeit-Blutzucker< 5,7 % (normal)Blutzucker und Diabetes
Vitamin D (25-OH)Knochen, Immunsystem, Stimmung30–60 ng/mlVitamine
Vitamin B12Nerven- und Blutbildung200–900 pg/mlVitamine
KaliumHerzrhythmus, Muskelfunktion3,6–5,0 mmol/lMineralstoffe und Elektrolyte

Laborwerte Abkürzungen erklärt

Die häufigsten Abkürzungen auf Ihrem Laborbefund — alphabetisch sortiert
AbkürzungBedeutungKategorie
AFPAlpha-FetoproteinTumormarker
ALT / GPTAlanin-AminotransferaseLeber
ANAAntinukleäre AntikörperImmunsystem
aPTTAktivierte partielle ThromboplastinzeitGerinnung
AST / GOTAspartat-AminotransferaseLeber
BSGBlutsenkungsgeschwindigkeitEntzündung
BUNBlood Urea Nitrogen (Harnstoff)Niere
CA 125Cancer Antigen 125Tumormarker
CA 19-9Carbohydrate Antigen 19-9Tumormarker
CEACarcinoembryonales AntigenTumormarker
CHECholinesteraseLeber
CKCreatinkinaseHerz / Muskel
CRPC-reaktives ProteinEntzündung
DHEA-SDehydroepiandrosteron-SulfatHormone
eGFRGeschätzte glomeruläre FiltrationsrateNiere
EryErythrozyten (rote Blutkörperchen)Blutbild
FSHFollikelstimulierendes HormonHormone
fT3Freies TrijodthyroninSchilddrüse
fT4Freies ThyroxinSchilddrüse
GGT / γ-GTGamma-GlutamyltransferaseLeber
GLDHGlutamatdehydrogenaseLeber
GOT / ASTGlutamat-Oxalacetat-TransaminaseLeber
GPT / ALTGlutamat-Pyruvat-TransaminaseLeber
HbHämoglobinBlutbild
HbA1cGlykiertes Hämoglobin (Langzeitblutzucker)Diabetes
hCGHumanes ChoriongonadotropinTumormarker
HDLHigh-Density LipoproteinHerz-Kreislauf
HktHämatokritBlutbild
HOMA-IRHomeostasis Model Assessment – InsulinresistenzDiabetes
hs-CRPHochsensitives C-reaktives ProteinHerz-Kreislauf
INRInternational Normalized RatioGerinnung
LDHLaktatdehydrogenaseLeber
LDLLow-Density LipoproteinHerz-Kreislauf
LeukoLeukozyten (weiße Blutkörperchen)Blutbild
LHLuteinisierendes HormonHormone
Lp(a)Lipoprotein(a)Herz-Kreislauf
MCHMittleres korpuskuläres HämoglobinBlutbild
MCHCMittlere korpuskuläre Hb-KonzentrationBlutbild
MCVMittleres korpuskuläres VolumenBlutbild
NSENeuronenspezifische EnolaseTumormarker
NT-proBNPN-terminales pro-B-Typ natriuretisches PeptidHerz
PSAProstataspezifisches AntigenTumormarker
PTHParathormonHormone
RDWRed Cell Distribution WidthBlutbild
SHBGSexualhormon-bindendes GlobulinHormone
sTfRLöslicher TransferrinrezeptorBlutbild
ThromboThrombozyten (Blutplättchen)Blutbild
TPO-AKThyreoperoxidase-AntikörperSchilddrüse
TRAKTSH-Rezeptor-AntikörperSchilddrüse
TSHThyreoidea-stimulierendes HormonSchilddrüse

Welche Laborwerte bei welchen Symptomen?

Bei Müdigkeit sind die wichtigsten Laborwerte Ferritin, TSH, Vitamin B12 und Hämoglobin. Viele Patienten kommen mit einem Symptom zum Arzt und fragen sich, welche Blutwerte untersucht werden sollten. Hier finden Sie die wichtigsten Zuordnungen.
Laborwerte bei Müdigkeit: Die wichtigsten Werte sind Ferritin, TSH, Vitamin B12, Hämoglobin (Hb). Ergänzend können Vitamin D (25-OH), HbA1c sinnvoll sein.
Laborwerte bei Haarausfall: Die wichtigsten Werte sind Ferritin, TSH, Zink. Ergänzend können Vitamin D (25-OH), Testosteron sinnvoll sein.
Laborwerte bei Gewichtszunahme: Die wichtigsten Werte sind TSH, HbA1c, Insulin (nüchtern). Ergänzend können Cortisol (morgens), Testosteron sinnvoll sein.
Laborwerte bei Gelenkschmerzen: Die wichtigsten Werte sind CRP, Harnsäure, Rheumafaktor, Anti-CCP. Ergänzend können ANA, Blutsenkung (BSG) sinnvoll sein.
Laborwerte bei Hautprobleme: Die wichtigsten Werte sind Zink, Vitamin D (25-OH). Ergänzend können Ferritin, TSH, IgE sinnvoll sein.
Laborwerte bei Herzrasen: Die wichtigsten Werte sind TSH, Kalium, Magnesium. Ergänzend können Hämoglobin (Hb), Calcium, Troponin T/I (hs) sinnvoll sein.
Laborwerte bei Konzentrationsprobleme: Die wichtigsten Werte sind TSH, Ferritin, Vitamin B12. Ergänzend können Vitamin D (25-OH), HbA1c sinnvoll sein.
Laborwerte bei Muskelbeschwerden: Die wichtigsten Werte sind CK (Creatinkinase), Magnesium, Calcium, Kalium. Ergänzend können Vitamin D (25-OH) sinnvoll sein.
Laborwerte bei Verdauungsprobleme: Die wichtigsten Werte sind GPT (ALT), Gamma-GT. Ergänzend können Bilirubin gesamt, CRP, Vitamin B12 sinnvoll sein.
Laborwerte bei Infektanfälligkeit: Die wichtigsten Werte sind Vitamin D (25-OH), Leukozyten, IgG. Ergänzend können Ferritin, Zink sinnvoll sein.

Häufige Fragen zu Laborwerten

Was ist ein großes Blutbild und wann wird es gemacht?
Ein großes Blutbild erweitert das kleine Blutbild um eine Differenzierung der weißen Blutkörperchen in ihre fünf Untergruppen: Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile. Es wird angefordert bei auffälligem kleinem Blutbild, Verdacht auf Infektionen, Allergien, Autoimmunerkrankungen oder Leukämie.
Welche Laborwerte sollte man regelmäßig kontrollieren?
Für Erwachsene ohne Vorerkrankungen empfehlen Ärzte eine Basiskontrolle alle 1–3 Jahre: kleines Blutbild, Leberwerte (GOT, GPT, Gamma-GT), Nierenwerte (Kreatinin, GFR), Blutzucker (HbA1c), Blutfette (Cholesterin, LDL, HDL, Triglyceride) und Schilddrüse (TSH). Bei Risikofaktoren häufiger.
Was bedeutet es, wenn ein Laborwert außerhalb des Referenzbereichs liegt?
Referenzbereiche decken die Werte von 95 % der gesunden Bevölkerung ab. Ein einzelner leicht abweichender Wert ist oft kein Grund zur Sorge. Entscheidend sind: die Höhe der Abweichung, ob mehrere Werte gleichzeitig verändert sind, der zeitliche Verlauf und Ihre individuelle Krankengeschichte.
Muss ich für die Blutabnahme nüchtern sein?
Für Blutbild, CRP, Schilddrüse und Nierenwerte ist Nüchternheit nicht nötig. Nüchtern (8–12h ohne Nahrung) empfohlen für: Nüchternglukose, Blutfette, Insulin und Leberwerte.
Kann ich Laborwerte zu Hause testen?
Ja — für Vitamin D, Ferritin, TSH, Cholesterin, HbA1c, CRP und Allergien gibt es CE-zertifizierte Selbsttests per Fingerstich mit Laborauswertung. Die Genauigkeit liegt bei den meisten Tests nah an der einer venösen Blutabnahme. Mehr dazu im Heimtest-Vergleich.
Welche Laborwerte zeigen Eisenmangel an?
Die wichtigsten Marker sind: Ferritin (aussagekräftigster Einzelwert), Serum-Eisen, Transferrin und Transferrinsättigung. Bei gleichzeitiger Entzündung hilft der lösliche Transferrinrezeptor (sTfR). Ein Ferritin unter 15 ng/ml gilt als sicherer Eisenmangel.
GPT und GOT erhöht — was bedeutet das?
Beide Enzyme steigen bei Leberzellschäden an. GPT ist leberspezifischer. Häufigste Ursachen: Fettleber (MASLD), Alkohol, Medikamente, Hepatitis. Der De-Ritis-Quotient (GOT/GPT) hilft bei der Unterscheidung.
TSH erhöht, fT4 normal — was bedeutet das?
Subklinische Hypothyreose — betrifft 5–10 % der Bevölkerung. Häufigste Ursache: beginnende Hashimoto-Thyreoiditis. Anti-TPO-Antikörper bestimmen, Kontrolle nach 6–12 Wochen.
Welche Laborwerte sind bei Müdigkeit wichtig?
Die wichtigsten Werte bei Müdigkeit sind Ferritin (Eisenmangel), TSH (Schilddrüse), Vitamin B12 (Nervenfunktion), Hämoglobin (Anämie), Vitamin D und HbA1c (Diabetes). Diese sechs Werte decken die häufigsten behandelbaren Ursachen chronischer Müdigkeit ab.
Unterscheiden sich Referenzbereiche nach Alter und Geschlecht?
Ja. Hämoglobin ist bei Männern höher, Kreatinin steigt mit der Muskelmasse, TSH verschiebt sich im Alter leicht nach oben und in der Schwangerschaft gelten eigene Bereiche.

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